szmmctag

  • Sticky mein Blog zum Lehmbau....

    ...vor rund 35 Jahren, als Architekturstudent in Aachen, schmierte ich Lehm aus dem Acker in ein altes Backhaus und wohnte darin.

    Es war gar nicht primitiv, es war fantastisch! Lehm ist ein Suchtmittel!

    Und so bin ich heute noch dabei, alte Bauten, auch Denkmäler, aber auch Neubauten innen mit beheizten Lehmschalen auszustatten.

    Selber wohne und arbeite ich in einer 250 Jahre alten Lehm-Fachwerk-Scheune in Süd-Limburg/NL bei Aachen, die innen mit temperierbarem Lehm ausgekleidet ist.

    Und nun sind meine Bauherren auch begeistert, finden diese Technik fantastisch!

    Hintergründe, Details, Fachwissen, Beispiele von heute und aus der altem Lehmtradition finden Sie in diesem Blog!

    Viel Spaß dabei!

    Ihr Uwe Kortlepel

     

  • vom Studenten im Lehmhaus zum Architekten von Lehmbau

    gefunden habe ich sie! Die Fotos meiner ersten Hütte, die ich innen mit einer Lehmschicht versehen habe.

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    Es war der Sommer 1976, ich zog aus dem studentischen Wohngemeinschaftshaus, einer alten Fachwerkbude in Ostbelgien bei Aachen, um ins freistehende Backhaus.

    Ein Rohbau aus Naturstein, den ich innen mit dem Lehm beschichtete, der ein paar Meter weiter draußen im Acker zu finden war.

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    Das Dach nagelte ich innen mit Holzwolle-Platten als Putzträger zu, die Fenster machte ich aus alten Autofenstern, die ich mit Lehm einputzte. Als Heizung stellte ich zwei alte Holzöfen rein, und fertig war mein erster Bau mit Lehminnenschale und Strahlungsheizung.

    Die romantischen Ausstattungen ( Geweihe, Felle, Afrikanisches, Antikes etc. ) entsprachen meinem damaligen Lebensgefühl.

    Obwohl der Wind durch alle Ritzen pfiff, war das Klima immer angenehm wohltuend!

    Heute ist  - leider - eine solch experimentelle Studentenbude nicht mehr machbar, dank Baukraken und Eurokraten.

    Dabei ist es für mich ein unvergessenes  Erlebnis, eine solche Ur-Hütte eigenhändig gestaltet und genutzt zu haben!

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  • Symposium Innendämmung 12. Januar 2012 in Essen

    Ja, es war eine spannende und gut gemachte Veranstaltung, die CLAYTEC in Essen in der Zeche Zollverein veranstaltete.

    Rund 300 angemeldete Gäste waren dabei! Und ich traf dort auf die alten "Kämpen" der Lehmbewegung und Naturbaustoffe, mittlerweise alles gesetzte Herren und Damen. Aus den vor 25 Jahren jungen und enthusiastischen Mittdreissigern sind nun grau-melierte, erfahrene Sachwalter geworden, die erfahrungsreif und souverän die Themen vorgetragen oder ihnen gelauscht haben.

    Als Praktiker habe ich nicht viel Neues gesehen, konnte aber eins mitnehmen: die Bestätigung und Sicherheit, dass mit Lehm und zellulosehaltigen Baustoffen insbesondere ein technisch und bauphysikalisch und raumklimatisch so komplexes Thema wie die Innendämmung alter Bausubstanz ganz souverän und fehlertolerant gelöst und rechnerisch nachgewiesen werden kann.

    Vielen Dank allen dort Mitwirkenden!

  • gibt es einen "sozialen" Baustoff?

    lehm-paar2

     

    Bildquelle: http://blackscliffresort.com/wp-content/uploads/2011/08/IMG_6875.jpg

    ...ich frag mal Wikipedia zum Begriff "sozial":

    "Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden, verbündet) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen). Es taucht in mehreren Bedeutungen auf.
    Sozial bedeutet in der Regel "zur Gruppe gerichtet" "

    Zum Thema Baustoffe heißt das dann sinngemäß:

    Das Wort sozial bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingung des Zusammenwirkens, insbesondere des Baustoff-Seins (des Baustoffs als soziales Wesen). Es taucht in mehreren Bedeutungen auf.
    Sozial bedeutet hier "zur Baustoff-Gruppe gerichtet…

    Soweit dazu.

    Ich hebe hier die Anforderungen sogar an:

    Es geht nicht nur um die gegenseitigen Bezüge, sondern auch um die gegenseitige Förderung und Potenzierung der Einzel-Charaktere:

    "Zusammen sind wir mehr als nur in Einzelteilen!"

    Ein sozialer Baustoff also verbessert und fördert einen Baustoff-Verbund oder ein Baustoff-Gemenge, indem er die Eigenheiten der einzelnen Mitwirkenden in bester Beziehung, im besten Miteinander zu einer neuen, höheren Qualität führt.
    Soweit im Wiki-Sprech.

    Wer den Lehm als Baustoff oder mit seinen denkbaren Vermengungen und Mischungen studiert, wird bald fasziniert von den möglichen und natürlich auch den erprobten Rezepten!

    Als Lehm-Liebhaber kann ich mich da in Ruhe zurücklehmen, sorry, zurücklehnen, und die unüberschaubar reiche Tradition dieses Stoffes vor meinem inneren Auge Revue passieren lassen.

    - Und dabei taucht ein wichtiges Kriterium auf, das ich hier nur ganz, ganz leise, und nur ganz zurückhaltend ausspreche:
    Das Lehm-Thema ist in Europa noch nicht von der EG-Bürokratie ent-deckt worden! Also halten wir uns bedeckt! Noch sind uns im privaten Bereich jegliche Rezepturen möglich. Ich möchte das auch nicht missen! -


    Nun, ich halte Lehm insofern für sehr Baustoff-sozial, weil ich mit ihm Stampf-Lehm, Stroh-Lehm, Mineral-Lehm, Lehm-Finish, Lehmfarbe, Lehm-Schluck-Pulver, u.v.a.m. mischen kann.

    Ich habe die Freiheit eines Kochs, der viele Stoffe mit ihm zusammen wirken lassen kann!

    Ganz abgesehen davon, dass er auch im gesellschaftlichen Sinne als Binde- und Schmiermittel bestens geeignet ist! Traditioneller Lehmbau ist gerne auch ein Anlass, sich zu treffen und Spaß miteinander zu haben, giftfrei, aber nicht lehm-krustenfrei!

  • Bauwagen als Gästehaus....mit Lehm! Und Strahlungsheizung!

    ...heute konnte ich einen Freund beraten, der für seine zahlreichen Gäste auf seinem großen Grundstück eine Wagenburg aus gebrauchten Bauwagen aufstellt.

    Eine geniale Idee! In Ost-Belgistan wohl auch machbar!

    Diese "Kisten" haben eine Blechhaut, an der normalerweise innen bei Gebrauch die "Suppe" runterläuft, also in den kühlen Zeiten das Kondenswasser der darin aus Poren und Atem "Schwitzenden". Was tun?

    Aktuell ist das Blech innen mit Polystyrol und Hartfaser ausgestattet, das verspricht nichts dauerhaft Trockenes!

    Die Wagen haben ein Innenvolumen van ca. 25m³

    Dort drinnen wird geschlafen, geraucht, geschwitzt, ( geliebt?), also bestimmt heftig Dampf und Rauch und Gas erzeugt!

    Die Empfehlung lautet: die Blech-Wände und das Blech-Dach bleiben die Wetterhaut, innen wird zur Hinterlüftung eine Lattung aufgebracht, dann eine 5 cm dicke Schilfrohrplatte, die dann mit 2 cm dickem Lehmputz plus 3 mm Lehmfeinputz verputzt wird.

    Das ist winddicht! Und kann Wasserdampf aufnehmen. Und der Lehmfeinputz reflektiert die Wärmestahlung der Nutzer, fast wie eine Alu-Folie!

    Dazu kommt eine elektrische Infrarotheizung, zwei Platten, die Thermostat-gesteuert die Flächen aufheizen und die Nutzer in wohlige Strahlungswärme einhüllen!

    Ich melde mich dort schon vorsorglich an, für eine entspannte Freizeit!

    Es gibt natürlich noch einen Klo-Wagen und eine nordische Hütte, als Treffpunkt der Nutzer!

    Minimal-Hütte ist hier das Thema, und ich bin gespannt auf das Ergebnis!

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    Foto: http://www.loewenzahnfanclub.de/bauwagen

  • Tulou-Lehm-Rundhäuser in Fujian, China....

    ...in Südostchina finde ich diese alte Tradition und finde sie bendenkenswert:

    das Volk der Hakka baut nach langer Flucht im 17. Jahrhundert sehr große Lehm-Rund-Burgen, die bis heute genutzt werden.

    Rundburgen von 70 bis 100 Meter Durchmesser für bis zu 1000 Menschen! Aus Lehm mit Bambussplittern und Reispaste!

    Das erinnert mich an aktuelle europäische Lehm-Mischungen mit Zellulose-Fasern und Zellulose-Brei!

    Abgesehen vom Baustoff ist die Bauform und das Sozial-Konzept vielleicht zukunfts-weisend!?

    Bilder und Quelle:

    http://www.swr.de/schaetze-der-welt/die-tulou-rundhaeuser-in-fujian/-/id=5355190/nid=5355190/did=5977564/mpdid=5977560/1sgyj8b/index.html

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  • Lehm-Tradition in Togo, Westafrika

    ....ein kleiner Stamm, die Batammariba in Koutammakou/Togo, fertigen aus dem Lehm der direkten Umgebung massive, schwere, runde, kegelförmige Bauten.....

    ...ein Traum für jeden mitteleuropäischen Architekten, der das nicht darf: bitte eine Baugenehmigung mit zugelassenen Baustoffen und nach dem Bebauungsplan!

    Ich bin mir sicher: ich finde noch einen Bauplatz, an dem das möglich ist, und sei es in einem großen, genehmigten Gewächshaus!

    Hier Impressionen aus einem SWR-Film, der auch das Copyright hat für diese screenshots!
    Und wer mitträumen will und auch Weiteres, der melde sich!

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    Togo 3
    Togo 4
    Togo 5

    Link:
    http://www.swr.de/schaetze-der-welt/schaetze-der-welt-welterbe-togo/-/id=5355190/nid=5355190/did=7180518/mpdid=7798188/nzc6qp/index.html

  • beheizter Lehm bei Wikipedia:

    "....Lehm kann für den Bau von Lehmöfen oder für das Verputzen von Wandheizungen verwendet werden, da Lehm wie die meisten schweren Baustoffe gute Wärmespeichereigenschaften besitzt und an heißen Bauteilen eingesetzt werden kann. Dies ermöglicht - auf Grund seiner lediglich physikalischen Aushärtung - beispielsweise Boden- und Wandheizungen mit hoher Vorlauftemperatur, bei denen die Heizrohre unter Arbeitstemperatur verputzt werden müssen. Im energetisch effizienten Gebäuden die baubiologischen Ansprüchen genügen sollen ist die Wandheizung unter Lehmputz eine Baukörperheizung welche mit geringer Vorlauftemperatur als Flächenheizung und in Kombination mit solarer Thermie effiziente Gebäude mit baubiologisch gesundem Wohnklima verbindet...."

  • Innen- oder Außendämmungen?

    ich kehre einmal die Beweislast um:

    Frage: sind Innendämmungen effektiv, sind sie unschädlich, sind sie ungiftig, sind sie nachhaltig?

    ich sage: ja, vorausgesetzt, sie sind mit Lehm-Kapillarbrücken und Holz-Weichfaserplatten ausgeführt!

    Außendämmungen aus Kunststoffen, die sich von innen mit Dampf vollsaugen und dann durch den Dampfdruck Fassadenrisse bekommen, von außen mit Bioziden und Fungiziden imprägniert und brennbar sind, sind das Alternativen, obwohl sie mit Fördermitteln gesponsort werden?

    zum Nachdenken dieser Film:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten385.html

  • ritueller Lehmbau?

    ...weißlicher Nebel liegt im Tal, ich steige in meine Karosse und lenke sie über eine kleine Anhöhe zu einem geraden, gut geglätteten Weg.....

    Heute werde ich wieder den Ort besuchen, der mich seit drei Monden beschäftigt. Dort steht ein Haus aus grauem, künstlich geformtem Stein. Es soll die neue Wohnstatt werden für eine zugezogene Familie aus dem Süden des Landes.

    Zahlreiches Zeugs hatte man dort innen auf die Wände geschmiert, auf die Böden gelegt, ein Gewirr aus metallischen Rohren steckte in den Wänden, um mit heißem Wasser in metallischen Kästen Luft zu erhitzen und das Wohnen in den Räumen erträglich zu machen. Baurituale aus einer vergangenen Zeit, die noch bestimmt waren von den Dekreten der Fürsten des Metalls und des Öls, die man aus den Tiefen der Erde und des Meeres hervorholte.

    Die Götter sind nun andere! Sie sind nicht neu! Und damit kommen die braunen, irdenen Stoffe wieder, mit denen wir nun die Innenhäute der Häuser auskleiden! Die metallischen und vom Öl gemachten Rohre werden nun darin eingebettet und bilden eine warme Innenhaut, die den Bewohner umfängt wie die Haut eines warmen Lebewesens.

    Dieser braune Stoff ist es, der fast überall unter der Leben-spendenden Decke des Bodens wieder ausgegraben wird, eine irdische "Unterhaut", die nun die inneren Bauhüllen bildet.

    Es ist der Stoff, aus dem nach alter Überlieferung der Mensch gebildet wurde, bevor ihm "Leben" eingehaucht wurde. Man machte seit undenklichen Zeiten feuergebrannte Gefäße daraus, färbte sich bei Festen die Haut aus seinen farbigen Teilen, aß ihn bei Beschwerden des Bauches.

    Man formte sogar große Burgen und Städte daraus, in trockenen Landen, eine ungezählt große Schar von Menschen wuchs darin auf.

    Bis die Fürsten des Metalls und des irdischen Öls dem ein Ende bereiteten! Die Häuser wurden innen giftig, zum Teil nicht mehr bewohnbar!

    Zuerst war es eine kleine Schar, die umkehrte, und die Gefahr erkannte. Heute sind es immer mehr, die diesen braunen Urstoff wieder zurückholen in ihr Lebensfeld, sich damit umgeben.
    Und ihn verbinden mit wassergewärmten Rohren, um in der kalten Zeit im Hause zu leben, entspannt und guter Dinge.

    Der Nebel lichtet sich, ich erreiche das Haus. Heute wird dort dieser braune Stoff auf die Wände geschmiert, in einem entspannten, irdenen Ritual! Lehmbau……..

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